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Konstrukteur für Serienprodukte am Beispiel Automobil

Die Konstruktion von Serienprodukten ist ein Teilbereich der Produktentwicklung

In der Serienentwicklung geht es um die detaillierte Planung von Produkten, die in großen Stückzahlen hergestellt werden sollen. Im Beispiel Automobilbereich können das 20.000, 200.000 oder auch 2.000.000 Bauteile pro Jahr sein. Bei Konsumprodukten kann die Stückzahl noch viel höher liegen. Je höher die geplante Produktionsstückzahl, umso kostspieliger sind die Produktionsmittel und umso wichtiger ist die sorgfältige vorausschauende Planung.

Mit einer Serienkonstruktion wird die Herstellung geplant und festgelegt

Für die Herstellung eines Serienproduktes werden große Summen für Produktionsmittel, Werkzeuge, Fabrikeinrichtungen und Rohstoffe ausgegeben. Diese Investitionen sollen sich einmal durch den Verkauf der Fahrzeuge auszahlen. Bei der Konstruktion von Serienprodukten spielen Kosten daher eine entscheidende Rolle. Was in der Konstruktion eines Serienproduktes einmal festgelegt wird, kann später in der laufenden Serie nur mit großem finanziellen Aufwand geändert werden. Der Konstrukteur von Serienprodukten verantwortet somit ganz besonders auch die Fertigungskosten. Dass ein Produkt wie gewünscht funktionieren muss, ist eigentlich selbstverständlich.

Ablauf der Serienkonstruktion

Bei dem Aufwand an Material und Finanzmitteln ist klar, dass eine Serienkonstruktion langfristig angelegt ist. Ein Konstrukteur für Serienprodukte wird auch immer langfristig denken und planen müssen, um erfolgreich zu arbeiten.

Der Zeitraum für eine komplexe Serienentwicklung mit Konstruktion liegt im Automobilbereich in der Größenordnung von mindestens 3 Jahren vom Beginn der Planung bis zum Start der Produktion (SOP). In diesem Zeitraum werden alle Baugruppen und Komponenten für ein Fahrzeug von Grund auf konzipiert, zunächst als Prototyp (A-Muster) konstruiert und getestet. Anschließend werden sie für die B-Musterphase konstruktiv überarbeitet und wieder getestet. Nach erfolgreichen Testläufen wird das endgültige Design für die Serie in der Konstruktion festgelegt und anhand von C-Mustern (Serienstand) wieder getestet.

Mit den C-Mustern wird nicht nur die Funktion der Bauteile über eine simulierte Lebensdauer abgesichert, auch die komplette Montage am Fahrzeug wird in Simulationen und realen Umgebungen untersucht. Im Fahrversuch werden seriennahe Fahrzeuge über einen längeren Zeitraum erprobt und extremen Umweltbedingungen ausgesetzt. In Sommer- und Wintererprobung werden alle geplanten Eigenschaften in geeigneten Ländern überprüft.

Erst wenn die umfangreichen Tests der C-Muster erfolgreich waren, wird das endgültige Design für die Serienproduktion freigegeben. Der Konstrukteur kann also bis kurz vor Serienstart noch mit Anpassungen und Änderungen zu tun haben. In der Praxis kommt das sogar häufig vor.

Konstruktionen für Serienbaugruppen sind meist nur in Teams zu bewältigen, weil neben den umfangreichen technischen Aufgaben auch Termine zu berücksichtigen sind. Der Wettlauf mit der Zeit erfordert einen hohen Aufwand an Personaleinsatz und Koordination.

Berufsbild des Serienkonstrukteurs

Der Arbeitsalltag eines Serienkonstrukteurs ist durch vorausschauendes Denken und Handeln geprägt. Aufgrund der hohen Kosten in der Serienproduktion wird er sich schon frühzeitig mit Kosten auseinandersetzen müssen.

Serienkonstruktion ist Teamkonstruktion, tägliche Diskussionen und Abstimmungen mit Kollegen, Vorgesetzten und Kunden gehören zum Alltag. Wer hier mit Geduld und Zielstrebigkeit sein Ziel verfolgt, erntet später in der laufenden Serie den Erfolg seiner Arbeit.

 

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